Gourmet-Festival

Eintauchen und entspannen

Genuss

Bock auf Gaumen­freude und Augen­weide

Das Schaffhauser Gourmet-Festival ist Genuss pur. Ein Flirt mit dem Gaumen. Und damit der Dinnerabend rundum gelingt, ist auch eine Portion gelebte Gastfreundschaft und eine stimmige Kulisse mehr als nur Beilage. Sei es in ländlicher Idylle, am Wasser, in der unberührten Natur oder in den alten Gassen.

Text: Hansjörg Egger | Fotos: module+

Die Eye Line ist gezogen, die Wimpern sind getuscht. Söckchen, Röckchen, Löckchen. Alles ist auf den abendlichen Ausgang getrimmt. Auch der Begleiter hat sich eine Tolle legen lassen und in Vollwichs gestürzt. Das schicke Paar freut sich auf einen prickelnden Abend mit einem Bummel durch die geschichtsgetränkten Gassen mit einem kulinarischen Höhepunkt in einem gediegenen Feinschmeckerlokal. Die funzeligen Wand- und Strassenlaternen der Vordergasse werfen ein stimmungsvolles Licht auf das Kopfsteinpflaster, auf dem die Lady in ihren Pumps jetzt etwas Gleichgewicht beweisen muss. Vorbei an den Bürgerhäusern mit ihren vorwitzigen Erkern geht es durch die Webergasse, wo verlockende Düfte aus Kneipen wabern und die Häuser Namen tragen wie Schäferei, Unruh, Sanduhr oder Geldmangel. Weiter rheinwärts, in der Unterstadt, herrscht südliche Geschmeidigkeit. Hier eine Pizzeria, da eine Trattoria und dort eine Gelateria. Am Rheinufer angekommen erwartet das Paar eine frische Brise. Und allmählich meldet sich der Appetit. Zur Sommerlust ist es nun ja nicht mehr weit.

Wenn Kerzen flackern und Gläser klingen, funkeln auch die Augen.

In zwanzig Top Restaurants werden am Gourmet Festival Mehrgänger aufgetragen, die von den Küchenchefs mit viel Liebe und Finesse entwickelt wurden.

Wo man auch immer wandelt auf Schaffhauser Boden. Das Universelle lässt sich auch in ländlichen Winkeln entdecken. Und hübsche Gasthäuser laden allerorts zur Einkehr und zur festlichen Tafel ein. Auch wenn bei einem gelungenen Dinnerabend das kulinarische Erlebnis ganz im Zentrum steht. Die mitspazierte Seele darf dabei nicht zu kurz kommen. Auch sie will gepflegt und verwöhnt werden. Das gelingt aber nur, wenn auch das Rundherum stimmt und eine freundliche und aufmerksame Bedienung dafür sorgt, dass sich die Tischgäste wohl und willkommen fühlen.

Einen ganz besonderen Wert legen die zwanzig am Gourmet Festival des «Schaffhauser Blauburgunderlands» beteiligten Gastronomen auf Regionalität und gesunde saisonale Kost, die im Einklang mit der Natur produziert worden ist. Die leiblichen Freuden sollen sich bei einer vielfältigen einheimischen Küche entfalten. Dazu greifen die Köchinnen und Köche tief in ihre Zauberkisten und tüfteln ausgesuchte neuartige Mehrgänger aus. Denn eine typische Schaffhauser Küche gibt es eigentlich nicht, sieht man einmal von der allseits bekannten Bölletünne ab. Blättert man in den lokalen Kochbüchern, fallen vor allem die vielen süssen Verführungen auf, etwa der Merishuuser Bienestich, die Chläggemer Wyguetzli oder die im Schmalz gebratenen Schlaatemer Rickli.

Aber mit welchen Köstlichkeiten kitzeln denn die Schaffhauser Kellenschwinger die Gaumen der Genussmenschen? Darüber gibt ein Blick in die Speisekarten der am Gourmet Festival engagierten Gastgeber ausreichend Auskunft. Auf dem Randen mit dem reichen Wildbestand wundert es nicht, dass in der dortigen Gastronomie nicht selten der Bock auf dem Teller landet. Bei Claude Tappolet im Siblinger Randenhaus besteht der Wildschmaus etwa aus einem Rückenfilet des Sommerbocks, der im Speckmantel daher kommt. «Sauguet», im wahrsten Sinn des Wortes, ist auch sein Wildschwein-Entrecôte, das mit einer süssbitteren Schokoladensauce veredelt wird. Und im Glas die gehaltvolle Alte Rebe von der Eisenhalde, die auf den flachgründigen Schotterböden reift und den rubinroten, vollmundigen Hauswein hervorbringt.

«Gefragt sind Eigenkreationen, denn eine typische Schaffhauser Küche gibt es nicht, sieht man einmal von der Bölletünne ab.»

 

In ländlicher Idylle oder in der malerischen Stadt. Auf dem Randen oder an den Ufern des Rheins. Allerorts tragen aufregende Kulissen zum gelungenen Dinnerabend bei.

«Auch die mitspazierte Seele darf bei einem Dinnerabend nicht zu kurz kommen.»

 

Ganz und gar auf natürliche regionale Kost setzt in der Schaffhauser Altstadt auch Annegreth Eggenberger. Auch nach 18 Jahren Schützestübli ist sie neugierig und experimentierfreudig wie am ersten Tag, wenn es um eine kulinarische Krönung geht. Weil man die beliebte Rheinäsche nicht mehr bekommt, macht sie aus der Not eine Tugend und bringt den Alet, den Fisch des Jahres 2021 auf den Tisch. Eine verkannte Delikatesse, die früher ganz zu Unrecht als Katzenfutter verschmäht wurde. Auch der Kalbsschinken an der selbstgemachten Föhrensauce ist ihrer Phantasie entsprungen.

Auch auf der Speisekarte von Roman Bach auf der Burg Hohenklingen mit dem grossartigen Blick hinunter auf den Rhein und die Dächer des putzigen Städtchens darf der Fisch nicht fehlen. Vielleicht als Rauchforellenmousse auf Meerrettich-Apfel-Gelée. Oder als «Staaner Bouillabaisse» mit Forellen- und Felchenstreifchen. Und dazu ein Gläschen des finessenreichen Blanc de Noir aus der Blauburgunder Traube, die an den umliegenden steilen Hängen wächst. Überhaupt gehört zu jedem festlichen Mal auch der exzellente Wein aus einer der knapp zwanzig Weinkellereien des Kantons. Es ist zur Hauptsache Blauburgunder, der in den Gaststätten des Gourmet Festivals kraftvoll und feurig in den Gläsern funkelt. Manche Speiselokale führen sogar eine Weinkarte, auf der ausschliesslich einheimische Blauburgunder-Trouvaillen zu finden sind. Natürlich gibt es ihn immer mal wieder, den noch ahnungslosen Gast, der einen Amarone oder Bordeaux bestellt – der dann aber schon nach dem ersten Schlücklein angenehm überrascht und bass erstaunt ist, was die Schaffhauser Weine so an Eleganz und Anmut hervorbringen.



Weitere Informationen:

Rückblick Gourmet-Festival 2021

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